SECHS WOLLEN HAHN KAUFEN – MAINZ: Die hohe Zahl hat den Innenminister überrascht. Sechs Unternehmen oder Investorengruppen haben für den Flughafen geboten. Das teilten am Mittwoch Minister Roger Lewentz (SPD) und der Düsseldorfer Wirtschaftsprüfer Martin Jonas in Mainz mit. Sämtliche Bieter hätten die geforderte Sicherheitsleistung von 250 000 Euro hinterlegt, so Jonas. Nach Informationen dieser Zeitung hatte jedoch ein Bieter am Mittwoch noch nicht die Summe überwiesen.Zu den Unternehmen und der Höhe der Gebote will sich Jonas nicht äußern. Als sicher gilt, dass die pfälzische ADC GmbH geboten hat, die mit der chinesischen Gruppe HNA zusammenarbeitet. Nach Informationen dieser Zeitung soll auch eine Investorengruppe um den Unternehmer Jonathan Pang ein Kaufangebot abgegeben haben. Wie in Branchenkreisen zu hören ist, sollen beide ein Angebot von mehr als zehn Millionen Euro vorgelegt haben. Das Trierer Immobilienunternehmen Triwo ist offenbar aus dem Rennen. Auch die türkische yda-Gruppe soll sich zurückgezogen haben. Zu den weiteren Interessenten hatten gezählt (diese Zeitung berichtete exklusiv): Die Flacks-Gruppe (Miami/Essen), das Bauunternehmen Bunte (Papenburg), das Handelsunternehmen Höba (Bayreuth), die Beteiligungsholding Navigator Capital (München), die kasachische MG Holding, ein Landmaschinenhersteller aus Bad Münstereifel, ein Immobilienentwickler in Frankfurt sowie der Geschäftsführer des Flughafens Weeze. Ob von diesen Angebote eingingen, ist nicht bekannt. Verhandlungen mit Bietern könnten zäh werden Die Berater des Landes werden in den kommenden Tagen die Angebote sichten und bewerten. Dann wird es wohl mit einigen Bietern in konkrete Verhandlungen gehen – die kompliziert genug werden. Die Angebote sind nämlich nicht verbindlich. Auch haben alle sechs Investoren zwar eine Brutto-Zahl genannt, wollen aber beispielsweise Darlehen, die sie übernehmen müssten, verrechnet haben. Damit könnte unter dem Strich dann auch ein Kaufpreis unter null Euro stehen. Nach Einschätzung von Jonas könnte ein Kaufvertrag bis Ende des Jahres unterschrieben sein. Da die EU-Kommission diesen noch prüfen müsste, wäre der Verkauf endgültig aber erst in den ersten Monaten des kommenden Jahres vollzogen.

Read more